Sinne

Jedes Tier und jedes Lebewesen nimmt seine Umwelt anders wahr. Sinneseindrücke werden anders verarbeitet und unterschiedliche Reaktionen folgen.

Um uns besser in die Welt unserer Lieblinge hineinversetzen zu können sind hier einige Eckpunkte zu den Sinnen und Sinneseindrücken angeführt.

Hören

Wir Menschen hören in einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz und am angenehmsten erscheinen uns Klänge zwischen 500 und 4.000 Hertz, wo sich auch Sprache und Musik wieder finden. Dabei können wir, gleich wie Hunde, nichts mit einem Schalldruckpegel unter 0 Dezibel hören und ab 120 Dezibel empfinden wir Schmerzen. Eine normale Unterhaltung liegt bei ungefähr 50 Dezibel.

Hunde hören dagegen in einem Bereich von 15 bis 50.000 Hertz.

Katzen benötigen, um etwas zu hören, lediglich ein Viertel des Schalldrucks eines Menschen. Sie benötigen zum Hören lediglich einen Schalldruckpegel von -10 Dezibel und hören in einem Frequenzbereich von ungefähr 55 Hertz bis 70.000-79.000 Hertz und sind damit sowohl Menschen als auch Hunden überlegen. Damit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass eine Katze sich vor Schreck zurück zieht, wenn ein Mensch ‘Nein’ ruft, wie im Bereich über das Verhalten beschrieben. Zu lautes Rufen oder Schreien und natürlich auch Feuerwerke führen zu starken Schmerzen.

Sehen

Was wir als Licht empfinden befindet sich in einem Bereich von 380 nm (Nanometer) bis 780 nm. Alles innerhalb dieses Bereichs definiert unsere Fähigkeit zu sehen. Dazu haben wir pro Auge ungefähr 120 Millionen Stäbchen, die lichtempfindlich und hauptsächlich beim Sehen in der Dämmerung und bei Nacht wichtig sind. Hinzu kommen 6 millionen Zapfen. S (short) Im Bereich von ungefähr 400-500 nm (maximum ca 420 nm für Violettblau) für Blautöne, M (medium) bei ungefähr 450-630 nm (maximum ca 530 nm für türkisgrün) für Grüntöne und L (long) bei ungefähr 500-700 nm (maximum ca 560 nm für ein grünliches Gelb) für Rottöne. Deshalb sind wir Menschen trichromat, das bedeutet, wir können drei Wellenlängenbereiche wahrnehmen und diese kombinieren. Die menschliche Linse hat eine Brechkraft von 19 Dioptrien und kann bis zu 13 Dioptrien akkomodieren.

Hunde und Katzen sind dichromat, ihnen fehlen M-Zapfen, was mit einer Rot-Grün-Blindheit vergleichbar ist. Dabei ist bei Hunden ein Zapfentyp empfindlich für gelb und der andere für Blauviolett.

Damit sind Objekte, die für uns grün erscheinen, für Hunde farblos und rot erscheint eher gelb. Die Brechkraft der Linse beträgt bei Hunden 41,5 Dioptrien und bei Katzen mehr als 50. Da ein Hund aber nur 2-4 Dioptrien akkomodieren kann ist das Scharfsehen bei Objekten, die näher als 30-50 cm sind, nicht möglich. Im Vergleich zum Mensch haben Hunde eine deutlich schlechtere Tiefenwahrnehmung, Farbwahrnehmung und Sehschärfe, aber eine bessere Wahrnehmung von Grautönen (Stäbchen) und Bewegungen.

Das Optimum der Farbabsorption liegt bei Katzen in den Bereichen von 555 nm, was im längerwelligen Grünbereich ist und bei 450 nm, was im blaubioletten Bereich liegt. Im Vergleich zum Mensch genügt einer Katze lediglich ein Sechstel des Lichtes um etwas zu erkennen. Besonders gut sind Katzen dabei bei der Einschätzung von Entfernungen. Bei vertikalen Bewegungen, beispielsweise einem springenden Ball, wird die Katze immer mindestens einmal daneben schlagen. Dieser Effekt hat mit der Schlitzform der Pupillen zu tun. Während das Verhältnis von Stäbchen zu Zapfen bei Menschen ungefähr 20:1 beträgt liegt es bei Katzen bei 63:1, was auch die bessere Fähigkeit zum Erkennen von Bewegungen erklärt. Wie beim Hund fehlt auch hier die Rotwahrnehmung. Rottöne werden hier als gelb interpretiert. Anders als beim Hund nimmt man für Katzen eine dominante Wahrnehmung von Grün- und Blauschattierungen an, wobei Katzen anscheinend Blautöne bevorzugen.

Entgegen dem Mensch besitzen Hunde wie Katzen ein Tapetum Lucidum, welches Licht reflektiert, wodurch das Licht ein zweites Mal auf die Sehzellen trifft. So wird auch der Effekt der leuchtenden Augen bei Hunden und Katzen produziert.

Die Linse der Katze kann immerhin auf 9-10 Dioptrien akkomodieren. Man nimmt an, dass dies mit dem Alter stark abnimmt und im Lauf des Alterungsprozess möglicherweise gänzlich erlischt. Bei Spiel und Jagd schließen Katzen ihre Augen, sobald eine kritische Distanz unterschritten wird. Siehe dazu Abschnitt Fühlen.

Fühlen

Katzen fühlen Schmerzen mindestens genau so wie wir Menschen. Ihr Tastsinn ist hoch entwickelt und über den gesamten Körper verteilt. Gerade die Vibrissen, wie man die Schnurrhaare nennt, sind mit einem weit verzweigten Netz an Nervenenden verbunden. So kann eine Katze tatsächlich abmessen ob eine Öffnung breit genug ist und auch bei Kampf und Spiel, wenn ihre Augen geschlossen sind, werden durch Muskelanspannungen diese Haare ausgerichtet und der Tastsinn übernimmt anstatt der Sehfunktion die weitere Koordination, um so die Augen zu schützen.

Vibrissen können ausfallen und wachsen dann wieder nach, sie gewaltsam zu entfernen, durch ausreissen, abschneiden oder verbrennen verursacht aber Schmerzen und resultiert in einer vorübergehenden Behinderung für die Katze.

Auch der Tastsinn der Vorderpfoten ist von besonderer Bedeutung, da dieser so fein ist, dass Katzen damit Bodenvibrationen wahrnehmen können, die von Beutetieren ausgelöst werden.

Riechen

Der Geruchssinn ist bei Hunden der stärkste Sinn. Während Menschen ungefähr 10 millionen Riechzellen haben kommen Hunde auf gut 200 millionen. Katzen kommen dabei auf ungefähr 60 millionen Riechzellen. Es ist bei diesem Zahlenvergleich unschwer zu erkennen, dass der Geruch bei Katzen einen gänzlich anderen Stellenwert hat als bei Menschen. Fremdgerüche können irritieren und vertraute Gerüche bieten Sicherheit, weswegen vor allem unkastrierte Tiere dazu tendieren Unbekanntes mit ihrem Eigengeruch zu markieren und was eignet sich dazu besser als Urin.

Wenn uns auch die Treffgenauigkeit fehlt, so können auch Menschen Angstgeruch bei Artgenossen identifizieren. ÄHNLICH WIE HUNDE KÖNNEN KATZEN AUCH STIMMUNGEN RIECHEN, DARUNTER WIE AGGRESSIV ODER ANGESPANNT IHR BESITZER IST.

Der Geruchssinn hat bei Katzen eine sehr umfangreiche Funktion. Damit werden Territorien und Besitz markiert, Gegenstände als ungefährlich gekennzeichnet, der Gesundheitszustand, die Reife, hormoneller Status und bei Freigängern auch Dominanz vermittelt. So kann ein Kater bereits feststellen, dass eine Katze rollig wird und mit dem Deckungsakt beginnen, noch bevor es uns Menschen auffällt.

Schmecken

Wir Menschen besitzen rund 9.000 Geschmacksknospen. Hunde noch ungefähr 1.700, Katzen dagegen nur noch ungefähr 500. Das könnte ein Mitgrund dafür sein, weswegen die Katzen bei ihrer Nahrung keine all zu große Abwechslung benötigen.

Darüber hinaus hat eine Katze keine Geschmacksrezeptoren für Süßes. Ein weiterer Grund dafür ihr ohnehin ungesunde Menschenkekse vorzuenthalten.

Dafür sind bei Katzen der Gerussinn und der Geschmackssinn überaus eng miteinander verknüpft, so dass Katzen bei einer Beeinträchtigung ihres Gerussinns auch ihren Appetit verlieren.